04.10.2017: EZB ändert Verordnung zur Meldung aufsichtlicher Finanzinformationen.

Meldung aufsichtlicher Finanzinformationen

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Verordnung über die Meldung aufsichtlicher Finanzinformationen per Änderungsverordnung angepasst. Diese Verordnung enthält Regeln und Verfahren, wie Institute ihre Finanzinformationen basierend auf den nationalen Rechnungslegungsstandards an die zuständigen Aufsichtsbehörden einzureichen haben.

Die Anpassungen der Verordnung spiegeln die Änderungen der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 680/2014 zur aufsichtlichen Berichterstattung wider, auf deren Basis die Meldung von Finanzinformationen (FINREP) an den neuen Berichtsstandard für Finanzinstrumente (International Financial Reporting Standard 9 – IFRS 9) angepasst wurde. Damit ändern sich die Regeln für die Bilanzierung. Die Änderungen betreffen größtenteils die Bewertung von Finanzinstrumenten sowie den Inhalt und Aufbau der FINREP-Meldebögen. Außerdem soll das Proportionalitätsprinzip berücksichtigt werden. Dementsprechend soll ein gemeinsames Mindestmaß an Finanzinformationen von bedeutenden Banken auf Einzelebene und von weniger bedeutenden Banken (sowohl auf Einzel- als auch auf konsolidierter Ebene) erreicht werden.

Was sind die wesentlichen Änderungen?

Der Konsultationsentwurf vom Februar 2017 unterscheidet sich inhaltlich unwesentlich von der Änderungsverordnung, die im August 2017 in Kraft trat.

Wesentliche Änderungen sind:

  • Entsprechend des nach IFRS9 eingeführten Expected Credit Loss (ECL) Ansatzes müssen die Kreditinstitute die erwarteten künftigen Verluste bei der Bilanzierung berücksichtigen, was eine Anpassung der Meldebögen erforderlich machte. Die Änderungsverordnung steht im Einklang mit den Ende November 2016 veröffentlichten FINREP-Bögen der EBA.

  • Die nationalen Aufsichtsbehörden (NCA) können unter Berücksichtigung der relevanten nationalen Rechnungslegungsvorschriften entscheiden, welche Formulare angewendet werden müssen oder nicht (Anhänge I, II und IV).

  • Die NCA haben weniger Zeit, um die erhaltenen Daten sowohl von den bedeutenden beaufsichtigten Instituten als auch von den weniger bedeutenden beaufsichtigten Instituten an die EZB weiterzuleiten.

  • Auf Einzelinstitutsebene (bedeutende Institute und Zweigstellen) wird die Anwendung der FINREP-Meldebögen erweitert. Sie müssen zusätzliche Informationen unter Verwendung der Meldebögen 17 (17.1, 17.2, 17.3) und 40 (40.1 oder 40.2) der Anhänge III und IV melden. Vorher galten diese Meldebögen nur für Unternehmensgruppen.

  • Der Umstellungszeitraum für die Meldung für beaufsichtigte Unternehmen, deren Status sich von einem weniger bedeutenden zu einem bedeutenden Institut ändert, wird von 18 Monaten auf 12 Monate verkürzt.

  • Begriffsbestimmungen wie „bedeutende“ und „weniger bedeutende Institute“ wurden hinzugefügt. Alle Beschreibungen zu „Untergruppen“ wurden in der Verordnung gelöscht.

Die Änderung der EZB-Verordnung über die Meldung aufsichtlicher Finanzinformationen tritt am 1. Januar 2018 statt. Für weniger bedeutende beaufsichtigte Institute in Deutschland und Frankreich, die ihre Meldungen gemäß ihren nationalen Rechnungslegungsstandards abgeben (in Deutschland nach HGB), gilt die Verordnung erst ab 1. Januar 2019.


 

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