20.12.2017: Neue Meldepflichten bei Wertpapierfinanzierungsgeschäften

Aktienkurs und Laptop

Finanzgeschäfte finden immer häufiger außerhalb des regulierten Marktes statt. Bereits heute bewegen die sogenannten „Schattenbanken“ fast die Hälfte des gesamten Finanzvermögens weltweit und gehören damit zu den größten Wachstumsmärkten. Allerdings entstehen durch die fehlende Regulierung Risiken.

Die SFTR (Securities Financing Transaction Regulation, Verordnung (EU) 2015/2365) ist ein wichtiger Teil der europäischen Bemühungen, die Transparenz der Märkte für Wertpapierfinanzierungsgeschäfte im Finanzsystem zu erhöhen. Mit der Verordnung wird die Pflicht eingeführt, dass Finanzmarkt- und Nichtfinanzmarktteilnehmer Einzelheiten zu ihren Wertpapierfinanzierungsgeschäften einem genehmigten EU-Transaktionsregister melden müssen. Das eröffnet den europäischen Aufsichtsbehörden den Zugang zu Informationen über Wertpapierfinanzierungsgeschäfte.

Die Regelungen müssen sowohl finanzaufsichtsrechtlich regulierte Unternehmen als auch nichtfinanzielle Unternehmen, welche Wertpapierfinanzierungsgeschäfte durchführen, einhalten. Konkret heißt das, dass unter anderem Kreditinstitute und Wertpapierfirmen, zentrale Gegenparteien im Sinne der EMIR sowie Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen davon betroffen sind. Jede Änderung oder Beendigung eines Geschäfts sowie Einzelheiten zu Sicherheiten müssen gemeldet werden. Um bei der Vielfalt an Informationen jedoch eine einheitliche Anwendung gewährleisten zu können, wurden die Informationen, die mindestens zu melden sind, in Art. 4 der Verordnung kodifiziert. So sind unter anderem Nennwert, Währung, die als Sicherheit verwendeten Vermögenswerte sowie deren Art, Qualität und Wert oder auch etwaige Ersatzsicherheiten oder Fälligkeitstermine zu melden. Das stellt alle Meldepflichtigen vor eine große Herausforderung, denn der Fokus liegt auf Vollständigkeit, Qualität und Verfügbarkeit der Daten, welche in kurzer Zeit aggregiert, in einem einheitlichen Format und transparent übermittelt werden müssen.

Die Einzelheiten der vorzunehmenden Meldungen wurden durch die technischen Durchführungs- und Regulierungsstandards der Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) konkretisiert. Hierzu veröffentlichte die ESMA bereits im April 2017 den finalen Bericht der Durchführungs- und Regulierungsstandards zur SFTR. Derweilen muss noch die Entscheidung der EU-Kommission abgewartet werden. Die Zeit der Entscheidung drängt, denn die SFTR-Durchführungsmaßnahmen sollen bereits zu Beginn 2018 in Kraft treten. Ob dieses Ziel tatsächlich erreicht wird, zeigt sich in den kommenden Wochen.

Der Starttermin für die erste Meldung der SFTs an das Register ist zwölf Monate nach der Veröffentlichung der Durchführungs- und Regulierungsstandards im EU-Amtsblatt. Die Berichtspflicht selbst wird nach ca. neun Monaten eingeführt.

Trotz der längeren Vorlaufzeit sollte der mit den neuen Meldepflichten verbundene organisatorische Aufwand nicht unterschätzt werden. Um eine zeitgerechte Umsetzung zu gewährleisten, sollte deshalb rechtzeitig mit den Vorbereitungen begonnen werden. Die impavidi GmbH unterstützt Sie gerne dabei.


 

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